Die drei kolumbianischen Fachkräfte sind auf der Baustelle. Das Foto ist ein Gruppenbild mit Vertreter:innen des FIT for German Climate Businesses-Projekts, der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, des Betriebs DEHN Instatec und natürlich mit den Fachkräften in der Mitte der Gruppe.

Erfolgreiche Fachkräfteintegration: Von Kolumbien in die Oberpfalz

Es ist kurz nach elf am 2. September, als zwei große Sprinter vor einer Baustelle in Neumarkt halten. Mitten in der gediegenen Straße voller Einfamilienhäuser und einem großen Birnenbaum tummeln sich plötzlich über 20 Menschen. Aufgeregtes Erzählen und Gelächter ist zu hören. Der Anlass ist die Ankunft dreier kolumbianischer Fachkräfte, die von verschiedenen Winkeln Kolumbiens – aus Bogotá, Cali und Zipaquirá – in die mittelgroße Stadt in Bayern gereist sind. 

Seit diesem Sommer arbeiten Martin Fernando Piraban Alvarez, Ana Maria Hurtado Nopan und Ricardo Antonino Torres Ospina als Elektronikerin und Elektroniker bei der DEHN INSTATEC GmbH. Allerdings ist dieser Morgen kein gewöhnlicher Arbeitstag. Vertreterinnen und Vertreter der Projektpartner des Projekts FIT for German Climate Businesses (Bundesagentur für Arbeit, Zentralverband des Deutschen Handwerks und sequa) sind vor Ort, um sich einen Eindruck von der praktischen Umsetzung des Projekts zu verschaffen und die Fachkräfte persönlich willkommen zu heißen. 

Auf der Baustelle wird Oberpfälzisch geredet 

Da Martin bereits im Juni als erste kolumbianische Fachkraft im Rahmen des Projekts FIT for German Climate Businesses eingereist war, führte der Besuch nicht nur durch den Betrieb, sondern direkt zu seinem ersten Arbeitseinsatz: der Baustelle gegenüber dem großen Birnenbaum, die in ein paar Monaten ein Arbeitsamt sein wird. Baustellenleiter, Kollegen und auch der Geschäftsführer zeigten sich zufrieden. Damit geht er auch als gutes Beispiel für Ana und Ricardo voran, die erst Ende August in Deutschland landeten. 

Dabei dient er nicht nur als fachliches Vorbild, sondern auch als sprachliches: Martin gibt der anwesenden Presse ein paar Worte im neu erlernten Dialekt zum Besten – auf Oberpfälzisch. (Anm. d. Red.: Die anwesenden Projektpartner, die nicht aus Bayern stammen, haben sich unterdessen belehren lassen, dass das, was im nahegelegenen Nürnberg gesprochen wird – Mittelfränkisch – ein grundsätzlich anderer Dialekt ist.) 

Während Martin schon den Dialekt lernt, stehen Ana und Ricardo noch am Anfang. Schließlich sind sie erst Ende August eingereist. Doch die Übergangsphase ist nicht abstrakt, sie ist messbar in den Tagen, die zwischen Ankunft und erstem selbstverständlichen Arbeitsschritt liegen. Für die beiden stehen zunächst einführende Seminare auf dem Programm. 

Integration auf Bayrisch – was das konkret bedeutet 

Der gemeinsame Betriebsbesuch bei DEHN INSTATEC gab Anlass dazu, über die praktische Umsetzung des Projekts, die Integration der Fachkräfte und die Gewinnung von Fachkräften aus Drittstaaten im Allgemeinen zu sprechen.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen unterstützen die neuen Mitarbeitenden von Anfang an. Diese Erfahrung bestätigt: Integration gelingt am besten, wenn alle mitziehen“, sagt Christian Hamann, Geschäftsführer der DEHN INSTATEC GmbH.

Ganz konkret bedeutet das: Martin bekommt demnächst ein Fahrrad vom Betrieb gestellt. So ist er auch nach Feierabend für Treffen mit Freunden und Kollegen mobil. Und während die Fachkräfte fachlich durchstarten können, kümmert sich Jakob Schreiner, der zuständige Fachkräfteeinwanderungsberater des Kammerbezirks der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, um Behördengänge, Termine und die sonstige Bürokratie, die oft genug dazu führt, dass sich Betriebe gar nicht erst auf die Suche nach internationalen Fachkräften machen. 

Genau hier liegt die Erkenntnis für andere Betriebe: Die echten Probleme beim Fachkräfteeinwanderungsprozess sind selten die Menschen selbst. Es sind Wartezeiten, Formulare, unklare Zuständigkeiten. Wenn jemand anderes das abfängt, bleibt im Betrieb Platz für das, was zählt: die Arbeit. 

Fachkräftegewinnung auf International 

Um auch direkt in die Arbeit einsteigen zu können, sind die Fachkräfte im FIT for German Climate Businesses-Projekt vor ihrer Einreise sprachlich bis zum Niveau B1 vorqualifiziert. Sie verfügen über einen Anerkennungsbescheid im Rahmen des BQFG (Gesetz zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen), der ihnen eine teilweise oder volle Gleichwertigkeit zum deutschen Referenzberuf bescheinigt. Das Projekt organisiert Sprachkurs, Visum, Arbeitsmarktzulassung, Flug und begleitet beide Seiten durch den gesamten Prozess.

Wichtig zu erwähnen ist dabei, dass die Rekrutierung in den Herkunftsländern bereits abgeschlossen ist. Das bedeutet, dass der Pool an Fachkräften sich nicht mehr erneuert. Wer also Bedarf hat, greift am besten auf die jetzt verfügbaren Fachkräfte zurück. Wer abwägt, sollte schnell abwägen. 

Eine Baustelle ist keine Insel 

Zurück in Neumarkt. Die Baustellenfahrzeuge rollen davon, der Birnenbaum steht wieder allein. Auf der Baustelle wird weitergearbeitet. Martin, Ana und Ricardo sind nicht für eine Saison hier.

„Die nächsten 20, 30 Jahre denke ich nicht daran, nach Kolumbien zurückzugehen“, sagt Martin im Interview mit der Presse. Für ihn war die Entscheidung für Deutschland endgültig. 

Für andere Handwerksbetriebe bleibt die zentrale Erkenntnis: Internationale Fachkräftegewinnung funktioniert dann, wenn sie von Anfang an gut strukturiert ist und im Betrieb nicht ein Mensch allein, sondern das ganze Team die Verantwortung übernimmt und wenn sie professionell begleitet wird. 

Wer jetzt prüft, ob sein Betrieb den nächsten Mitarbeitenden aus diesem Pool gewinnen könnte, sollte wissen: Die Türen stehen noch offen. Aber eben nicht mehr allzu lange. 

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Falls Sie noch andere Perspektiven auf diesen Tag lesen möchten, werden Sie bei den folgenden Medien fündig: 

➡️ Mittelbayerische 

➡️ Nürnberger Nachrichten (NN) 

 

Die Fotos für diesen Beitrag wurden freundlicherweise von Fotostudio Weidinger zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Vorletzte Talent Days im September: Jetzt Fachkräfte aus Kolumbien und Usbekistan kennenlernen

Einer der Gedanken hinter dem FIT for German Climate Businesses-Projekt ist es, Handwerksbetriebe in Deutschland bei ihrer dringlichen Suche nach Fachkräften zu unterstützen, indem internationale Talente vermittelt werden. Damit interessierte Betriebe Fachkräfte mit sprachlicher Vorqualifikation, umfangreicher Praxiserfahrung und geprüften Berufsabschlüssen ohne lange Suchprozesse finden und kennenlernen können, veranstaltet das Projektteam regelmäßig die sogenannten Talent Days. 

Vom 14. bis 17. September 2026 findet die vorletzte Runde statt! Danach gibt es nur noch eine abschließende Vermittlungsrunde, da keine neuen Fachkräfte mehr in das Projekt aufgenommen werden.  

Das sind die Talent Days und so funktionieren sie 

Bei den Talent Days führen Handwerksbetriebe 30-minütige virtuelle Bewerbungsgespräche mit Fachkräften aus Usbekistan und/oder Kolumbien. Die Gespräche finden an allen vier Tagen zu folgenden Uhrzeiten statt: 

  • Usbekistan: 9:00 bis 13:00 Uhr 
  • Kolumbien: 15:00 bis 19:00 Uhr 

Das schnelle und unkomplizierte Format hat sich bewährt: Betriebe und Bewerber kommen per Video zusammen, lernen sich kennen und prüfen, ob es passt. Begleitet werden die Gespräche – trotz Deutschkenntnisse der Bewerber – von einem Dolmetscher oder einer Dolmetscherin, sodass auch ein reibungsloser fachlicher Austausch möglich ist. 

Wer Interesse an einem Gespräch mit einem oder mehreren der Kandidaten hat, kann sich bei den für die Region zuständige Berater bzw. Beraterinnen oder direkt beim ZDH melden und Terminpräferenzen angeben. 

Die Frist für die Anmeldung endet am 4. September 2026. So können wir die Termine besser koordinieren und die Bewerber sich entsprechend auf die Gespräche vorbereiten. 

Wer suchet, der findet 

Aktuell stehen noch folgende erfahrene Fachkräfte aus den Klimagewerken zur Verfügung: 

Sprachlich vorqualifiziert und geprüft 

Die Bewerber verfügen über staatlich anerkannte Berufs- oder Hochschulabschlüsse aus ihren Heimatländern. Die im Projekt zuständigen Handwerkskammern haben diese bereits auf Anerkennungsfähigkeit vorgeprüft; von fast allen Bewerbern liegen die Anerkennungsbescheide sogar bereits vor. Zudem dokumentiert jedes Bewerberportfolio den aktuellen Sprachstand: Die Fachkräfte haben intensive Deutschkurse absolviert und bringen Niveau B1 mit oder befinden sich derzeit im Kurs auf B1-Niveau. (Sollten Sie sich unsicher sein, was das konkret für den Betriebsalltag bedeutet, finden Sie hier weitere Informationen dazu.). Viele Projektteilnehmer stellen sich zudem in kurzen Videos auf Deutsch vor – so bekommen Sie schon vor dem Gespräch einen ersten Eindruck von der Person. 

Informationsveranstaltungen: Betriebe berichten aus der Praxis 

Für viele Betriebe ist der Aufwand der Beschäftigung einer internationalen Fachkraft schwer einzuschätzen. Wie laufen die Prozesse genau ab, bis die Arbeitskraft vor Ort die Arbeit aufnehmen kann? Wie gut funktioniert die Integration in den betrieblichen Alltag? 

Um diese und weitere Fragen zu klären, finden zwei Informationsveranstaltungen für Arbeitgeber statt. Dort sprechen nicht nur das Projektteam, sondern vor allem Handwerksbetriebe, die bereits Fachkräfte über FIT for German Climate Businesses eingestellt haben. Sie berichten ehrlich aus dem Alltag: die ersten Wochen, die Einarbeitung, die langfristige Entwicklung der neuen Mitarbeitenden. 

Die Termine: 

Die Teilnahme ist kostenlos und online möglich. Die Anmeldung erfolgt über die hinterlegten Links. 

So geht es weiter 

Möchten Sie an den Talent Days im September teilnehmen? Dann melden Sie sich bei dem oder der zuständigen Berater bzw. Beraterin oder beim ZDH – am besten vor dem 11. September 2026.

Usbekistan: Steinmeiers Staatsbesuch setzt Impulse für die Fachkräftegewinnung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reiste vom 14. bis 18. Juni 2026 nach Indonesien, auf die Philippinen und schloss seine Reise in Taschkent, Usbekistan, ab. Im Fokus der Reise standen politische Partnerschaften, die Wirtschaft und die Fachkräftegewinnung. Dabei hob er hervor, welches Potenzial junge usbekische Talente bieten, um dem anhaltenden Fachkräftemangel in Deutschland auf geordnete Weise zu begegnen. Dabei betonte er: „Es gibt einen Wettbewerb um ausgebildete Arbeitskräfte, und diesen Wettbewerb sollten wir annehmen.“ Damit unterstrich der Bundespräsident die Bedeutung einer aktiven und zukunftsorientierten Fachkräftegewinnung im internationalen Wettbewerb.

Gemeinsam mit seinem usbekischen Amtskollegen würdigte er die Bedeutung des im September 2024 unterzeichneten umfassenden Migrationsabkommens zwischen Usbekistan und Deutschland. Aus deutscher Sicht bietet Usbekistan großes Potenzial, um den Fachkräftemangel zu lindern: Mehr als 56 Prozent der usbekischen Bevölkerung befindet sich im erwerbsfähigen Alter, und über die Hälfte der Usbekinnen und Usbeken ist jünger als 30 Jahre. Das Abkommen eröffnet neue legale Wege für Ausbildungs- und Arbeitsmigration und stärkt Deutschlands Position als attraktiver Partner für qualifizierte Fach- und Arbeitskräfte aus Usbekistan.

Fachkräfte aus Usbekistan und Kolumbien stärken das deutsche Handwerk

Das Projekt „Future International Talents (FIT) for German Climate Businesses“ setzt genau hier an: Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) führt sequa das Projekt durch, das qualifizierte Fachkräfte aus Kolumbien und Usbekistan für Handwerksbetriebe in Deutschland gewinnt.

Im Rahmen des Staatsbesuchs von Steinmeier fand bei der usbekischen Migrationsagentur ein Gespräch mit zwei Teilnehmenden des Projekts statt, bei dem der Bundespräsident deren Erfahrungen mit dem Projekt und persönlichen Werdegänge näher kennenlernte. Der Bundespräsident würdigte dabei ausdrücklich ihr Engagement beim Erlernen der deutschen Sprache und ihre berufliche Weiterentwicklung. An dem Besuch wird deutlich, dass Usbekistan und Deutschland verstärkt auf Zusammenarbeit setzen und gemeinsam in Bildung sowie eine sichere Arbeitsmobilität investieren.

Das Projekt unterstützt sowohl die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse als auch die Vorbereitung auf eine Berufstätigkeit sowie die interkulturelle Integration der Teilnehmenden in Deutschland. Bislang sind im Rahmen des Projekts zwölf usbekische Teilnehmende nach Deutschland eingereist und haben erfolgreich eine Beschäftigung aufgenommen.

Sichern Sie sich qualifizierte Fachkräfte für Ihren Betrieb

Haben Sie Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen und schon darüber nachgedacht, qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen? Dann ist das Projekt genau das Richtige für Sie! Aktuell stehen Ihnen Fachkräfte aus folgenden Berufen für eine Vermittlung zur Verfügung:

  • Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik
  • Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik
  • Kraftfahrzeugmechatroniker
  • Land- und Baumaschinenmechatroniker
  • Maurer
  • Metallbauer

Entdecken Sie die Profile unserer Teilnehmenden und finden Sie die Talente, die zu Ihren Anforderungen passen.

So nehmen Sie Kontakt auf 

Wenn Sie ein unverbindliches Bewerbungsgespräch vereinbaren wollen, können Sie das Projektteam direkt kontaktieren oder sich an die Fachkräfteeinwanderungsberater*innen wenden, die Sie und die Fachkräfte auf ihrem Weg nach Deutschland sowie beim Ankommen eng begleiten und unterstützen.

 

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen: So läuft das Verfahren im Handwerk ab

Bevor eine Fachkraft aus dem Ausland im Betrieb starten kann, steht neben der Erweiterung der Sprachkenntnisse ein weiterer zentraler Schritt an: die Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikation in Deutschland. 

Für Handwerksbetriebe ist das ein entscheidender Schritt, denn er schafft rechtliche Sicherheit und zeigt, ob die Qualifikation vollständig gleichwertig ist oder noch durch eine Anpassungsqualifizierung ergänzt werden muss. Gerade bei dem derzeitig erhöhten Fachkräftebedarf gewinnt dieses Verfahren an Bedeutung — nicht zuletzt, weil Betriebe dringend auf gut vorbereitete und rechtlich abgesicherte Lösungen angewiesen sind. 

Im Rahmen des FIT for German Climate Businesses-Projekts begleiten die zuständigen Handwerkskammern diesen Prozess für Fachkräfte aus Usbekistan und Kolumbien. Der folgende Beitrag erklärt, was bei der Anerkennung geprüft wird, welche Ergebnisse möglich sind und wie Betriebe dabei konkret unterstützt werden. 

Was wird bei der Anerkennung geprüft? 

Bevor die neue Mitarbeiterin oder der neue Mitarbeiter Arbeitsmarktzulassung sowie Visum erhält und im Betrieb tätig werden kann, prüfen die zuständigen Stellen die Gleichwertigkeit der beruflichen Qualifikation mit dem deutschen Referenzberuf. 

Im Rahmen des Projekts übernehmen die Handwerkskammer Münster für Fachkräfte aus Usbekistan sowie die Handwerkskammer Region Stuttgart für Fachkräfte aus Kolumbien diese Bewertung. Grundlage sind insbesondere: 

  • Ausbildungsnachweise 
  • Arbeitszeugnisse 
  • Tätigkeitsbeschreibungen 
  • weitere relevante Dokumente 

Ziel ist die rechtliche Einordnung der ausländischen Qualifikation in das deutsche Berufsbildungssystem. Entscheidend ist dabei nicht nur, was die Person gelernt hat, sondern auch, wie sich diese Qualifikation im Vergleich zum deutschen Berufsbild einordnen lässt. 

Welche Ergebnisse sind möglich? 

Das Anerkennungsverfahren führt in der Praxis zu zwei zentralen Ergebnissen. 

Vollständige Gleichwertigkeit 

Wird vollständige Gleichwertigkeit festgestellt, entspricht die ausländische Qualifikation dem deutschen Referenzberuf. Die Fachkraft kann dann eine Aufenthaltserlaubnis zur Beschäftigung für zunächst bis zu vier Jahre erhalten. Später kann daraus eine Niederlassungserlaubnis entstehen. Im Handwerk kommt dieser Fall allerdings eher selten vor. 

Teilweise Gleichwertigkeit 

Deutlich häufiger stellen die Kammern eine teilweise Gleichwertigkeit fest. Das bedeutet: Bestimmte Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten müssen noch nachgeholt werden, damit das deutsche Berufsbild vollständig erreicht wird. Diese Unterschiede werden in einem individuellen Qualifizierungsplan festgehalten. 

In diesem Fall erhält die Fachkraft zunächst ein Visum für die Dauer der sogenannten Anpassungsqualifizierung. Nach erfolgreichem Abschluss der betrieblichen und gegebenenfalls überbetrieblichen Maßnahmen kann anschließend eine Aufenthaltserlaubnis zur Beschäftigung von Fachkräften beantragt werden. 

Wie lange die Anpassungsqualifizierung dauert, hängt von der jeweiligen Ausbildung und der bisherigen Berufserfahrung ab. Pauschale Angaben sind daher nicht möglich. Im FIT for German Climate Businesses-Projekt liegt die Dauer der Anpassungsqualifizierung zwischen 6 und 46 Wochen. 

Was bedeutet die Anpassungsqualifizierung für Betriebe? 

Die Anpassungsqualifizierung ist ein zentraler Bestandteil des Verfahrens. Sie besteht aus betrieblichen Lernphasen und gegebenenfalls aus überbetrieblichen Kursen. Die überbetrieblichen Maßnahmen finden nach Rücksprache mit den Fachkräfteeinwanderungsberatenden bei passenden Bildungsträgern statt. Während dieser Zeit wird die Fachkraft freigestellt, bleibt aber weiterhin im Unternehmen beschäftigt. Ziel ist es, fachtheoretische und praktische Inhalte gezielt zu ergänzen und Unterschiede zum deutschen Berufsbild auszugleichen. 

Nach erfolgreichem Abschluss bestätigt die Handwerkskammer die volle Gleichwertigkeit. Die Person gilt dann offiziell als Fachkraft im Sinne des deutschen Berufsrechts. Falls nötig, kann das Visum um bis zu zwölf Monate verlängert werden. Insgesamt stehen somit bis zu drei Jahre für die Qualifizierung zur Verfügung. 

Dabei versteht sich die Handwerkskammer Münster, wie Frau Lari Palacios erläutert, als verlässliche Ansprechpartnerin für beide Seiten — für die Betriebe ebenso wie für die Antragstellenden.

„Wir beraten und unterstützen bei den weiteren Schritten im Anerkennungsverfahren, damit am Ende eine erfolgreiche und nachhaltige Zusammenarbeit entsteht. Insofern bilden wir die Brücke, über die beide Seiten zusammenfinden“, so Palacios. 

Wie sieht so eine Anerkennung eigentlich in der Praxis aus? 

Auch im Alltagsgeschäft der Anerkennung gibt es immer wieder kleine, unerwartet humorvolle Momente – so passiert bei der Übersetzung von Rahmenlehrplänen in der Handwerkskammer Münster. Plötzlich wurde aus der „Metallbearbeitung“ das „kreative Formen von Eisenkunstwerken“. “Das klingt fast eher nach Kunststudium als nach Handwerk”, kommentiert die Handwerkskammer. 

Solche Situationen lockern den Arbeitsalltag auf und zeigen, dass neben aller Professionalität auch Menschlichkeit und ein wenig Humor ihren Platz haben. Am Ende wird deutlich: Mit guter Unterstützung, klarer Kommunikation und einem offenen Miteinander gelingt die Zusammenarbeit besonders gut – und davon profitieren alle Beteiligten. 

Welche Unterstützung erhalten Betriebe? 

Das FIT for German Climate Businesses-Projekt begleitet Unternehmen während des gesamten Anerkennungsverfahrens. Fachkräfteeinwanderungsberatende unterstützen unter anderem bei: 

  • der Abstimmung mit Behörden, 
  • der Koordination der Qualifizierungsmaßnahmen, 
  • organisatorischen Fragen, 
  • der Kommunikation mit den zuständigen Stellen. 

Mit dem Projektkostenbeitrag sind außerdem unter anderem folgende Kosten abgedeckt: 

  • überbetriebliche Qualifizierungskurse, 
  • gegebenenfalls anfallende Fahrtkosten, 
  • notwendige Übernachtungen. 

Welche Aufgaben hat der Betrieb? 

Auch wenn das Projekt vieles vorbereitet und begleitet, bleibt der Betrieb ein aktiver Teil des Prozesses. Er stimmt den Qualifizierungsplan mit der Beraterin oder dem Berater ab, ermöglicht die betrieblichen Lerninhalte und plant die Freistellungen für Kurse ein. Gleichzeitig integriert er die Fachkraft in den Arbeitsalltag und begleitet ihren Fortschritt im Betrieb. 

Die zeitliche Gestaltung bleibt dabei flexibel und orientiert sich sowohl an der Auftragslage als auch am Lernfortschritt der Fachkraft. 

Welche Kosten entstehen? 

Das Projekt finanziert unter anderem die fachlichen Kurse. 

Der Projektkostenbeitrag beträgt: 

  • 4.000 Euro für eine Fachkraft. 
  • 6.000 Euro bei zwei oder mehr Fachkräften, also 3.000 Euro pro Fachkraft. 

Der Beitrag fällt unabhängig davon an, ob eine vollständige oder teilweise Gleichwertigkeit festgestellt wird. Er dient nicht nur der Deckelung der Ausgaben im Zusammenhang mit dem Anerkennungsverfahren, sondern schafft insgesamt einen klaren finanziellen Rahmen. 

Weiterführende Details finden Betriebe im entsprechenden Informationsblatt. 

Fazit: Fachlich geprüft, rechtlich abgesichert, betrieblich einsetzbar 

Die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen folgt im Handwerk klaren rechtlichen Vorgaben. Die zuständigen Handwerkskammern prüfen jede Qualifikation sorgfältig und ordnen sie dem entsprechenden deutschen Referenzberuf zu. 

Gerade im Handwerk ist diese fachliche Prüfung besonders wichtig. Die Kammern verfügen über langjährige Erfahrung in der Bewertung beruflicher Kompetenzen und kennen die Anforderungen der einzelnen Gewerke genau. Unterschiede zum deutschen Berufsbild werden transparent benannt und in einem verbindlichen Qualifizierungsplan festgehalten. Für Betriebe bedeutet das: Sie beschäftigen keine Person mit unbekannter Qualifikation, sondern eine geprüfte Fachkraft mit klar definiertem Kompetenzprofil. 

Nach Abschluss der Maßnahmen ist die volle Gleichwertigkeit erreicht und die nun vollständig anerkannte Fachkraft im vollen Umfang einsatzbereit. 

Sie möchten eine qualifizierte Fachkraft aus dem Ausland beschäftigen? 

Sprechen Sie uns gerne an. Wir prüfen gemeinsam die Voraussetzungen für eine Projektteilnahme, erläutern das Verfahren und begleiten Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess. 

4. Auflage der Talent Days | Internationale Fachkräfte für Ihren Handwerksbetrieb gewinnen

Die Talent Days finden bereits zum vierten Mal statt! 

Hier die aktuellen Termine im Überblick:
📅 27.–29. Juli 2026
⏰ Usbekistan: jeweils 09:00–13:00 Uhr
⏰ Kolumbien: jeweils 15:00–19:00 Uhr

Weitere Informationen finden Sie nachfolgend. 🔽

Entdecken Sie neue Talente bei den Talent Days

Sie möchten offene Stellen in Ihrem Betrieb besetzen, aber geeignete Fachkräfte zu finden gestaltet sich schwierig? Haben Sie bereits daran gedacht, qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen? Dann bietet Ihnen das Projekt Future International Talents for German Climate Businesses einen praxisnahen Zugang zu qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland.

Lernen Sie motivierte Fachkräfte persönlich kennen!

Bei unseren Talent Days haben Sie die Möglichkeit, qualifizierte und motivierte Fachkräfte aus Usbekistan und Kolumbien in begleiteten Online-Gesprächen kennenzulernen – unkompliziert und praxisnah.

Die Termine im Überblick:
📅 09.–11. Juni 2026
⏰ Usbekistan: jeweils 09:00–13:00 Uhr
⏰ Kolumbien: jeweils 15:00–19:00 Uhr

So läuft es ab

  • Auf unserer Internetseite finden Sie vorab Bewerber-Portfolios mit Informationen zu Qualifikationen, Berufserfahrung und Einsatzbereichen. So erhalten Sie bereits im Vorfeld einen guten Überblick über passende Kandidatinnen und Kandidaten.
  • Während der Talent Days führen Sie 30‑minütige Bewerbungsgespräche mit den Fachkräften. Das Projektteam organisiert und begleitet den Ablauf. Bei Bedarf unterstützen Dolmetscher*innen die Gespräche.
  • Alle Details zu Ablauf, Technik und Organisation finden Sie in diesem Infoblatt.

Warum sich Ihre Teilnahme lohnt

  • Zugang zu vorausgewählten, engagierten Fachkräften, die bereits Deutsch lernen und mit einem B1-Niveau nach Deutschland einreisen sollen
  • Persönlicher Austausch statt anonymer Bewerbungen
  • Individuelle Begleitung bei Rekrutierung, Einwanderung und langfristiger Bindung

📝 Anmeldeschluss: 28. Mai 2026

 

Zur Anmeldung und bei Fragen wenden Sie sich gerne an Ihren persönlichen Fachkräfteeinwanderungsberater*in.

Sie möchten sich anmelden, aber Ihre Region ist nicht dabei? Gerne können Sie sich an den ZDH wenden.

 

Von Aufbruch, Verantwortung und dem Ankommen in Deutschland

Ein Einblick in die Gedankenwelt der kolumbianischen Teilnehmenden des FIT for German Climate Businesses-Projekts 

In unserem Blogbeitrag vom 3. Februar kamen die usbekischen Fachkräfte aus dem Projekt FIT for German Climate Businesses zu Wort. Sie schrieben in Briefen an ihr Zukunfts-Ich über Hoffnungen, Unsicherheiten und ihre ganz persönliche Motivation. 

Ein Blick aus der Zukunft: Was internationale Fachkräfte vor ihrer Ankunft bewegt 

Da das Projekt auch Fachkräfte aus Kolumbien rekrutiert, hatten auch sie die Gelegenheit, an sich selbst zu schreiben – aus der Perspektive ihres Zukunfts-Ichs, das bereits seit drei Monaten in Deutschland lebt. 

Was beide Gruppen verbindet, ist die Neugier auf das Land, die Menschen, das typische Essen und den künftigen Arbeitgeber. Zugleich ist ihnen bewusst: Auch nach der Ankunft in Deutschland geht das Lernen weiter. Vor allem die deutsche Sprache bleibt im Alltag und im Beruf ein zentraler Schlüssel. 

Deutsch als Schlüssel für den beruflichen Alltag 

Die Briefe entstanden, als die Teilnehmenden das Sprachniveau A2 fast abgeschlossen hatten. Bis zur Einreise werden sie das B1-Niveau erreichen. Was das konkret für den Arbeitsalltag bedeutet, erfahren Sie in diesem Infoblatt. 

Die deutsche Sprache ist bei der Erwerbsmigration eine der größten Herausforderungen. Das Erlernen ist anspruchsvoll und braucht Zeit, Einsatz und Zielstrebigkeit. Genau das zeigen die Teilnehmenden, die in Deutschland arbeiten und eine Zukunft aufbauen wollen. 

Zwischen Vorfreude, Herausforderung und Aufbruch – Der Brief an sich selbst 

Nachfolgend finden Sie die Briefe einiger der kolumbianischen Fachkräfte: 

Fachkräftemangel? Diese Berufe können derzeit über das Projekt besetzt werden 

Falls Sie Interesse daran haben, eine Fachkraft aus dem Projekt zu beschäftigen, können Sie jederzeit ein Vorstellungsgespräch vereinbaren. Derzeit können die Fachkräfte aus Usbekistan und Kolumbien folgende Berufe abdecken: 

  • Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik 
  • Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik 
  • Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik 
  • Kraftfahrzeugmechatroniker für Pkw- und Nutzfahrzeugtechnik 
  • Land- und Baumaschinenmechatroniker 
  • Maurer 
  • Metallbauer (für Konstruktionstechnik) 
  • Beton- und Stahlbetonbauer 

Hier können Sie sich demnächst die aktuellen Portfolios der Teilnehmenden ansehen und entscheiden, welche Profile zu Ihnen passen könnten und wen Sie gerne näher kennenlernen möchten.

So nehmen Sie Kontakt auf 

Wenn Sie ein unverbindliches Vorstellungsgespräch vereinbaren wollen, können Sie das Projektteam direkt kontaktieren oder sich an die Fachkräfteeinwanderungsberater*innen wenden, die Sie und die Fachkräfte auf ihrem Weg nach Deutschland sowie beim Ankommen eng begleiten und unterstützen.  

Von Aufbruch, Verantwortung und dem Ankommen in einer neuen Gesellschaft – Ein Einblick in die Gedankenwelt der Teilnehmer des FIT for German Climate Businesses-Projekts

Wenn eine qualifizierte Fachkraft aus dem Ausland nach Deutschland kommt, bringt sie mehr mit als fachliches Können und Berufserfahrung. Sie bringt ihre persönliche Geschichte mit. Erwartungen, Zweifel und den Mut, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.  

Es kommt ein Mensch, der viel auf sich genommen hat, um nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch neue Arbeitsweisen, Regeln und Abläufe zu lernen. Häufig bedeutet dieser Schritt, zunächst auf Nähe zur Familie zu verzichten und finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen. Dennoch entscheiden sich die Fachkräfte bewusst dafür, weil sie im Leben und Arbeiten in Deutschland eine langfristige Perspektive sehen. Dafür sind sie bereit, (berufliche) Verantwortung in einem Betrieb in einem ihnen bislang unbekannten Land zu übernehmen. 

Motivation und realistische Erwartungen 

Diese Haltung zeigt sich deutlich im Projekt. Die Teilnehmer des FIT for German Climate Businesses-Projekt wissen, dass der Start in Deutschland anspruchsvoll wird. Sie fragen sich, ob sie im Betrieb alles verstehen werden, wie schnell sie sich in die Teams einfügen und ob sie den Erwartungen und fachlichen Anforderungen gerecht werden können. Gleichzeitig überwiegt bei ihnen der Wille, sich einzubringen, dazuzulernen und ihren Beitrag zu leisten. 

Um diese Gedanken greifbar zu machen, haben sich die Teilnehmer einer besonderen Aufgabe gestellt. Sie schrieben Briefe – selbstverständlich auf Deutsch – an ihr zukünftiges Ich, das bereits drei Monate in Deutschland lebt. In diesen Briefen kommen Zuversicht und Vorfreude ebenso zum Ausdruck wie offene Fragen, die ein Neuanfang zwangsläufig mit sich bringt. 

Ein Blick nach vorn 

Alle Teilnehmenden blicken neugierig auf das Leben in Deutschland. Sie schreiben davon, neue Städte und Landschaften kennenzulernen und Alltägliches zu entdecken. Sie freuen sich darauf, deutsches Essen (Currywurst, Töttchen und Pfefferpotthast!) zu probieren, Anschluss zu finden und Freundschaften aufzubauen.  

Ein wiederkehrendes Thema ist auch der Wunsch nach einem guten Miteinander im Betrieb. Alle hoffen, sich gut mit ihren Kolleginnen und Kollegen zu verstehen, gemeinsam Zeit zu verbringen und ein Stück ihrer eigenen Kultur einzubringen, etwa beim gemeinsamen Kochen. Diese Offenheit zeigt, dass Integration nicht als Einbahnstraße verstanden wird, sondern als gegenseitiger Prozess. 

Herausforderungen gehören dazu 

Gleichzeitig sprechen die Teilnehmer auch ihre zu erwartenden anfänglichen Hürden offen an. Reichen die Sprachkenntnisse im Arbeitsalltag aus? Wie fühlt sich das Leben fern von Familie und Freunden an? Solche Fragen begleiten den Start. Der Grundton der Briefe bleibt dennoch zuversichtlich. Die Fachkräfte sind davon überzeugt, dass sie sich Schritt für Schritt einleben können, insbesondere dann, wenn sie im Betrieb Unterstützung erfahren. 

Ankommen im Betrieb: Internationale Fachkräfte im Arbeitsalltag 

In ihren Briefen berichten die Teilnehmer auch sehr konkret über ihre neue Arbeit. Sie beschreiben Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und Erwartungen im Betrieb. Besonders wichtig sind ihnen klare Strukturen, verlässliche Rahmenbedingungen und ein respektvoller Umgang. 

Ebenso deutlich wird ihr eigener Anspruch. Sie möchten sorgfältig arbeiten, Verantwortung übernehmen und sich fachlich wie persönlich weiterentwickeln. Für viele ist die neue Stelle nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern der Beginn eines langfristigen beruflichen Weges im Handwerk. 

Bei Interesse können Sie hier die Briefe der usbekischen Fachkräfte lesen:

Fachkräfte persönlich kennenlernen 

Wenn Sie als Betrieb internationale Fachkräfte mit hoher Lernbereitschaft und beruflicher Erfahrung suchen, bietet das FIT for German Climate Businesses-Projekt einen strukturierten Einstieg in die Fachkräftegewinnung im Handwerk. 

Am 18. und 19. Februar finden erneut die 👉 Talent Days statt. In persönlichen Online-Gesprächen können Sie qualifizierte Fachkräfte aus folgenden Bereichen kennenlernen: 

  • Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik 
  • Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik 
  • Beton- und Stahlbetonbauer 
  • Metallbauer 

Die Gespräche ermöglichen einen fachlichen Austausch und geben zugleich Einblick in die Menschen hinter den Lebensläufen. 

👉 Hier finden Sie die Kurzprofile der Teilnehmenden. 

Unabhängig von den Talent Days können Sie auch jederzeit ein Bewerbungsgespräch vereinbaren. Kontaktieren Sie uns gern. Wir übernehmen die Organisation und begleiten Sie bei allen weiteren Schritten der Fachkräfteeinwanderung. 

Die Talent Days gehen in die zweite Runde – Ihre Chance Fachkräfte aus Usbekistan kennenzulernen

Sie interessieren sich für die Besetzung offener Stellen mit Fachkräften aus dem Ausland, wissen aber nicht, wo und wie Sie anfangen sollen?

Dann könnten die Talent Days des Projekts „Future International Talents for German Climate Businesses“ genau das richtige Angebot für Sie sein! Lernen Sie in begleiteten Online-Gesprächen Fachkräfte der Bereiche Elektro und Bau aus Usbekistan kennen!

Wann? 18. – 19. Februar 2026, jeweils im Zeitraum 9-13 Uhr

Die Profile der Bewerber können Sie vorab auf unserer Website einsehen. Im Vorfeld der Talent Days wählen Sie für Ihren Betrieb geeignete Bewerber anhand ihrer Kurzprofile aus.

Die Bewerber befinden sich derzeit im B1-Sprachkurs und werden die B1-Sprachprüfung Anfang Februar ablegen. Alle Bewerber verfügen über ein A2-Sprachzertifikat des Goethe-Instituts. Während der Talent Days haben Sie die Möglichkeit, die Fachkräfte in 30-minütigen Bewerbungsgesprächen kennenzulernen.

Anmeldeschluss ist der 12. Februar 2026

Haben wir Ihr Interesse geweckt und möchten Sie bei unseren Talent Days neue Fachkräfte für Ihren Betrieb kennenlernen? Dann nehmen Sie gern Kontakt bis zum 12. Februar 2026 mit Ihrem entsprechenden Fachkräfteeinwanderungsberatenden auf, um sich erfolgreich für die Online-Veranstaltung anzumelden. Einen Überblick über Ihre zuständigen Fachkräfteeinwanderungsberatenden und ihre Kontaktdaten finden Sie hier.

FIT for German Climate Businesses unterstützt Sie als gefördertes Pilotprojekt, ausländische Fachkräfte für Ihren Betrieb zu gewinnen und langfristig zu binden. Das Projekt wird vom Zentralverband des Deutschen Handwerks, der Bundesagentur für Arbeit und sequa durchgeführt und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Zweiter Rekrutierungszyklus in Usbekistan: Fach- und Arbeitskräfte starten Intensiv-Sprachkurs

Ende November 2025 haben sechs Fachkräfte sowie zwei qualifizierte Arbeitskräfte in Usbekistan ihren A1-Sprachkurs bei dem Goethe-Institut in Taschkent begonnen. Ziel des Intensivkurses ist nicht nur der Spracherwerb, sondern auch die Vorbereitung der Teilnehmenden auf ihren Berufseinstieg und den Alltag in Deutschland. Der Unterricht findet vollständig in Präsenz statt. Dadurch wird ein intensiver Lernforstschritt und auch ein persönlicher Austausch der Teilnehmenden untereinander sowie zwischen den Teilnehmenden und den Lehrkräften ermöglicht.

Zwei Zuwanderungswege, ein Ziel: Arbeiten in Deutschland

Bild: Teilnehmer des zweiten Rekrutierungszyklus aus Usbekistan (© Goethe-Institut Usbekistan)

Die Besonderheit an diesem Zyklus ist, dass zwei Zuwanderungswege berücksichtigt werden. Neben dem klassischen Weg der formalen Anerkennung umfasst dieser Zyklus auch Teilnehmer, die über den Weg der berufspraktischen Erfahrung – der im Projekt sogenannte „Weg 2“ – nach Deutschland einreisen werden. Bei diesem Weg haben die Teilnehmer bereits im Rahmen des Auswahlverfahrens eine Arbeitsprobe in ihrem Herkunftsland Usbekistan erfolgreich abgelegt. Ein entscheidender Vorteil für Betriebe: Durch das Bestehen der Arbeitsprobe und dem Nachweis zwei Jahre qualifizierter Berufserfahrung innerhalb der letzten fünf Jahre entfällt eine spätere Anpassungsqualifizierung in Deutschland.

Berufsabschlüsse der Arbeits- und Fachkräfte des Zyklus 2

Im Rahmen dieser zweiten Rekrutierungsphase in Usbekistan wurden Fach- und Arbeitskräfte der folgenden Gewerke ermittelt und ins Projekt aufgenommen:

  • 3 Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik
  • 1 Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik
  • 2 Kfz-Mechatroniker
  • 1 Metallbauer

Handwerksberufe mit Relevanz für Energiewende und Klimaschutz

Im Mittelpunkt von FIT for German Climate Businesses stehen Handwerksberufe, die einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz in Deutschland leisten. Ziel ist es, Betriebe bei der nachhaltigen Fachkräftesicherung zu unterstützen und zugleich Fach- und qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland einen durch das Projekt begleiteten Einstieg ins Handwerk zu ermöglichen.

Fachkräfte gewinnen – So funktioniert es

Sind Sie auf der Suche nach Fachkräften und können sich vorstellen, qualifizierte Mitarbeitende aus dem Ausland einzustellen? Dann laden wir Sie herzlich ein, sich weiter auf unsere Projekthomepage umzuschauen. Dort finden Sie etwa Kurzprofile usbekischer Bewerber, die voraussichtlich Ende des ersten bzw. Anfang des zweiten Quartals 2026 nach Deutschland einreisen können. Unsere Fachkräfteeinwanderungsberater*innen stehen Ihnen für Rückfragen hierzu gerne zur Verfügung.

Ankunft der ersten Fachkräfte aus Usbekistan: Einstieg in den betrieblichen Alltag

Mit der Ankunft der ersten Fachkräfte aus Usbekistan in Deutschland am 8. Januar zeigt sich konkret, wie internationale Fachkräftegewinnung im Handwerk funktionieren kann. Aus Auswahlverfahren, Bewerbungsgesprächen und Vorbereitung wird gelebter Arbeitsalltag im Betrieb.

Vom Bewerbungsgespräch zur Arbeitsaufnahme 

Die beiden Fachkräfte konnten die Haustechnik Brandenburg GmbH in Online-Bewerbungsgesprächen von ihren Qualifikationen überzeugen. Der Betrieb greift dabei auf Erfahrung in der internationalen Fachkräftegewinnung zurück: Schon im Rahmen des Projekts „HabiZu – Handwerk bietet Zukunft“ stellte dieser Fachkräfte aus Bosnien und Herzegowina ein. 

Nun verstärken ein Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sowie ein Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik das Team. Beide verfügen über in Usbekistan abgeschlossene Berufsausbildungen, die sie im Rahmen des Projekts anerkennen lassen werden und bringen mehrjährige Berufserfahrung mit. Ab Anfang der kommenden Woche starten sie nicht nur in die betriebliche Einarbeitung, sondern zugleich mit den Anpassungsqualifizierungen, die Teil des Anerkennungsverfahrens sind.

Begleiteter Start im Betrieb

Mit der Arbeitsaufnahme beginnt eine Phase, die für den weiteren Verlauf entscheidend ist. In den ersten Tagen und Wochen stehen das Kennenlernen von Arbeitsabläufen, Sicherheitsstandards und Teamstrukturen im Mittelpunkt. Gleichzeitig gilt es, sich im neuen beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld zurechtzufinden. 

Unterstützt werden Betrieb und Fachkräfte dabei von Astrid Kühnicke (HWK Potsdam). In ihrer Rolle als Fachkräfteeinwanderungsberaterin begleitet sie den Übergang in den Arbeitsalltag, hilft bei organisatorischen Fragen und steht als feste Ansprechpersonen zur Verfügung. Diese kontinuierliche Begleitung entlastet den Betrieb und schafft Verlässlichkeit auf beiden Seiten. Allen Handwerksbetrieben innerhalb der Pilotregionen des FIT for German Climate Businesses-Projekts stehen solche Fachkräfteeinwanderungsberater*innen aus den jeweiligen Handwerksorganisationen zur Verfügung.

Erwerbsmigration in der Praxis 

Am Beispiel der beiden Fachkräfte wird deutlich, wie Erwerbsmigration im Handwerk praktisch funktioniert: Berufliche Qualifikationen werden geprüft und eingeordnet, Möglichkeiten zur Anerkennung des ausländischen Berufsabschlusses geboten, Sprachkenntnisse gezielt aufgebaut und betriebliche Einarbeitung strukturiert begleitet. Für Betriebe bedeutet das verlässliche Rahmenbedingungen – für Fachkräfte einen klaren und planbaren beruflichen Einstieg im Handwerk in Deutschland.

Fachkräftegewinnung im Handwerk gewinnt an Sichtbarkeit

Die erfolgreiche Integration der Fachkräfte bei der HTB Haustechnik Brandenburg GmbH sowie das Engagement im Projekt „FIT for German Climate Businesses“ sind auch medial aufgegriffen worden. Regionale sowie überregionale Medien berichteten über die Ankunft und den Arbeitsstart der Fachkräfte und ordneten das Beispiel in den Kontext des Fachkräftemangels im Handwerk ein.

Die mediale Resonanz unterstreicht die Relevanz des Projekts für die Fachkräftesicherung im Handwerk und zeigt, dass internationale Rekrutierung – begleitet durch Programme wie FIT for German Climate Businesses – als praxistaugliche Lösung wahrgenommen wird.

Nachfolgend finden Sie ausgewählte relevante Medienbeiträge:

zdfheute Journal: Fachkräftemangel: Bilanz zu Pilotprojekt

rbb24: Nur wenige ausländische Fachkräfte entscheiden sich für Brandenburg

radioeins: Klimatechniker aus Usbekistan verstärken Brandenburger Handwerk

Deutsches Handwerksblatt: Der Start ist geglückt